Präludium
Markneukirchen, gelegen im Oberen Vogtland, ist allenthalben bekannt als Zentrum des Musikinstrumentenbaus – als Zentrum einer ganzen Region, in der in über 120 handwerklichen Meisterwerkstätten und in Unternehmen mit teilweise industrieller Fertigung nahezu alle Orchesterinstrumente mit Ausnahme von Schlagzeugen/Percussion- Instrumenten gefertigt werden.
Die Tradition der Herstellung von Musikinstrumenten im Vogtland blickt auf eine über dreihundertjährige Geschichte zurück. Somit verfügt diese Region über ein weltweites Alleinstellungsmerkmal für alle Musikinteressierten, Musiker und Künstler.

Viele Meisterwerkstätten führen die Tradition des Musikinstrumentenbaus in wirtschaftlicher Selbständigkeit in vielen Meisterwerkstätten über Generationen hinweg.
Durch die Musik Akademie Markneukirchen ist die Region um ein ehrgeiziges Projekt reicher geworden. Der im September 2001 neu gegründete Verein Musik-Akademie Markneukirchen e.V. arbeitet im Rahmen des InnoRegio Projektes „Musicon Valley“.an einer Pilotstudie für eine Musik-Akademie – einer internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte für Künstler und musischen Nachwuchs, Meisterwerkstätten und Unternehmen.
Meisterkurse / Meisterklassen in der Instrumentenbau-Region, in unmittelbarer Nähe zum Hersteller, können nicht nur den künstlerischen Nachwuchs gezielt fördern und Profis weiterbilden, vielmehr erlaubt das Feedback aus solchen Kursen die Formulierung bestimmter Ansprüche an die technisch-konstruktiven, stimmlichen und intonatorischen Parameter der Instrumente einen unmittelbaren Einfluss auf die Förderung des Musikinstrumentenbaus.
Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt finden wir das Potential der Meisterwerkstätten nicht gebündelt, weil nicht in seiner Gesamtheit definiert. Existierende Einzeldefinitionen und einzelne Marktpräsenz sind wohl wirksam, wenngleich auch eingeschränkt, d.h. naturgemäß nur auf den einzelnen Meister bezogen. Die Musik-Akademie kann in der Pilotstudie den Nachweis führen, dass eine Bündelung des Potentials zum einen auch eine Bündelung der Marktpräsenz bedeutet und sie aber zum anderen keineswegs einen Verlust an Individualität bedeutet.

Die geschichtlichen und wirtschaftlichen Hintergründe lassen folgende Schlussfolgerungen und Arbeitsansätze für die Pilotstudie zu:
Die Meisterwerkstätten sind Grundlage für die qualitativ hochwertige Fertigung von Musikinstrumenten
Die Werkstätten kämpfen an gegen 40% Überproduktion in der Branche
Weder die kleinen Werkstätten noch die KMU der Region verfügen über ausreichende Ressourcen für eine Zielgerichtete und effiziente Markterschließung
Bislang existiert keine zentrale Marketingplattform, um effektiv neue Kunden zu gewinnen und das Image der Stätten des Instrumentenbaus wirksam darzustellen, Hersteller und potentielle Kunden auf natürliche Art und Weise zusammen zu führen
„Das Besondere“ der Region ist in der Pilotstudie herauszuarbeiten und für ein künftiges Wirtschaftsunternehmen nutzbar zu machen.